Gerade bei rauer See…
…ein starkes Team.

Arbeitszeit - Rufbereitschaft / Bereitschaftsdienst

Rufbereitschaft ist Ruhezeit, § 5 ArbZG, solange er hier nicht zur Arbeit gerufen wird, liegt keine Arbeitszeit vor. 

Bereitschaftsdienst unterscheidet sich von Rufbereitschaft im der Wahl des Ortes, von dem aus der Arbeitnehmer darauf wartet, tätig zu sein:

Bereitschaftsdienst wird umschrieben als Aufenthaltsbeschränkung, verbunden mit der Verpflichtung, bei Bedarf tätig zu werden, BAG 31.05.01 - 6 AZR 171/00. Bereitschaftsdienst ist in die Berechnung der wöchentlichen Arbeitszeit in vollem Umfang einzubeziehen und zählt nach den unionsrechtlichen Vorgaben in Art. 2 Nr. 1 EGRL 88/2003 - Arbeitszeitrichtlinie - als Vollarbeitszeit (vgl. BVerwG, Urt. v. 29.09.2011 - 2 C 32/10 

Bei der Rufbereitschaft hält der Arbeitnehmer sich an einem Ort seiner Wahl auf, von dem aus er bei Bedarf tätig wird, http://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__5.html 

Wird der Arbeitnehmer allerdings sehr eng zeitlich gebunden, etwa, wenn er innerhalb von 15 Minuten erreichbar sein muss, liegt keine Rufbereitschaft mehr vor, sondern Bereitschaftsdienst. Dass OLG Köln grenzt dies in einer Entscheidung vom 13.08.2008, 3 Sa 1453/07, so ab, dass es dem Arbeitnehmer noch möglich sein muss, sich mit Freunden zu treffen, an sportlichen oder kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen. Gibt der Arbeitgeber also zum Beispiel eine Zeit von 20 Minuten vor zwischen Abruf und Arbeitsaufnahme, liegt keine Rufbereitschaft, sondern Bereitschaftsdienst vor, der Arbeitnehmer erhält dann durchgehend Vergütung, nicht nur für die tatsächlichen Einsätze.