Gerade bei rauer See…
…ein starkes Team.

Abfindung - Versteuerung

Eine Abfindung ist sozialversicherungsfrei. Wird kein Zusatz aufgenommen, ist die Vereinbarung nicht netto gemeint, d.h. aus der Vergleichssumme heraus hat der Arbeitnehmer die Steuer zu zahlen.

Ob der Arbeitgeber die Steuern vor Auszahlung der Abfindung abzieht, beeinflusst den Vergleichswortlaut ebenfalls nicht.

Ein Arbeitgeber kann eine solche Leistung „brutto“ auszahlen und die Versteuerung dem Arbeitnehmer überlassen. Als Haftungsschuldner (§ 42 d EStG) bleibt der Arbeitgeber dem Finanzamt in solchen Fällen stets erhalten, die Steuerschuld des Arbeitnehmers wird davon nicht berührt, so das LAG München, 6 Sa 277/08, Urteil vom 26.08.2008.

Aus Sicht des Arbeitnehmers gibt es die Motivation, den Abfindungsbetrag in vollständiger Höhe ausgezahlt zu erhalten, dass er

- Bis zur Steuererklärung 2013 über mindestens ein Jahr mit dem Steuerbetrag arbeiten kann, seine Liquidität also verbessert wird

- Er aus welchen Gründen auch immer die auf den Abfindungsbetrag entfallende Steuerlast bei der Steuererklärung abwenden kann oder zumindest mit einem niedrigeren Steuersatz rechnet (harmlosester Grund wäre, dass er mit einigen Monaten Arbeitslosigkeit rechnet)

Der Arbeitgeber trägt also bei dieser Vereinbarung das Risiko

- Der Steuerflucht oder Steuerverkürzung

- Der Insolvenz

des Arbeitnehmers.

Arbeitgeber sollten sich also des Risikos bei vollständiger Auszahlung bewusst sein.