Gerade bei rauer See…
…ein starkes Team.

Arbeit auf Abruf

Arbeit auf Abruf wird geregelt in § 12 TzBfG. Hiernach regeln Arbeitnehmer und Arbeitgeber keine feste Wochenarbeitsstundenzahl, sondern der Arbeitnehmer erbringt seine Arbeitszeit entsprechend dem Arbeitsanfall.

Für den Arbeitnehmer ist solch eine Regelung nicht ungefährlich, er hat gerade keinen festen Entgeltanspruch, weil er ja nicht weiß, wie viele Stunden er eingesetzt wird.

Deshalb schützt ihn zunächst § 12 Abs. 1 S.3. TzBfG: Ist nichts festgelegt, gelten 10 Stunden als vereinbart.

Darüber hat die Rechtsprechung in verschiedenen Urteilen zum Schutz des Arbeitnehmers festgehalten, dass sich eine Mindestarbeitszeit auch aus einer einvernehmlichen Vertragshandhabung und Vertragspraxis ergeben kann, so etwa das LAG Niedersachen in einer Entscheidung vom 12.04.2011, 13 Sa 1393/10

Hat zum Beispiel ein Arbeitnehmer über Jahre hinweg faktisch Vollzeit oder gar darüber hinaus gearbeitet, evtl. gar – wie in der vorgenannten Entscheidung des LAG Niedersachsen – immer wieder dasselbe Gehalt bezogen, ist unabhängig von der fehlenden Mindestarbeitszeit ein Anspruch auf Vollbeschäftigung und entsprechende Vergütung entstanden.

In dieselbe Richtung geht die Wertung des ArbG Trier, 3 Ca 507/10, welches bei der Berechnung des Annahmeverzugslohnes das so genannte Lohnausfallprinzip heranzieht und auch einen Umfang über die 10 Stunden des § 12 TzBfG hinweg zugesteht, wenn

-          der Arbeitgeber den Arbeitnehmer im Vorfeld regelmäßig in erheblichem Umfang zur Arbeitsleistung herangezogen hat und

-          keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, warum sich dies ab Verzugseintritt hätte ändern sollen.

Wichtig ist allerdings, ob der Umfang der Arbeitszeit im Übrigen unstreitig ist. Ansonsten ist es Sache der Arbeitnehmerseite, den Umfang darzulegen und notfalls auch zu beweisen.