Gerade bei rauer See…
…ein starkes Team.

Was tun als Arbeitnehmer nach einer unbegründeten Abmahnung?

Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer berechtigt, eine Gegendarstellung auch gegenüber einer berechtigten Abmahnung zu den Personalakten zu geben. 

Ebenso hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Rücknahme und Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte, wenn diese

  • inhaltlich unbestimmt ist,
  • unrichtige Tatsachenbehauptungen enthält,
  • auf einer unzutreffenden rechtlichen Bewertung des Verhaltens des Arbeitnehmers beruht,
  • den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt oder
  • kein schutzwürdiges Interesse des Arbeitgebers am Verbleib der Abmahnung in der Personalakte besteht.

Im Falle einer Klage trägt der Arbeitgeber die Darlegungs- und Beweislast. Abmahnungsgründe im Prozess nachzuschieben, ist unzulässig. Allerdings kann der Arbeitgeber jederzeit eine neue Abmahnung erlassen. 

Nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses steht dem Arbeitnehmer in der Regel kein Anspruch auf Entfernung einer zu Unrecht erteilten Abmahnung mehr zu. Sofern jedoch Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Abmahnung dem Arbeitnehmer auch noch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses schaden kann, kann ein solcher Anspruch doch gegeben sein. Dafür ist der Arbeitnehmer darlegungs- und beweispflichtig. 

Auch Kündigung abwarten kann eine sinnvolle Alternative sein, wenn der Arbeitnehmer damit rechnet, dass der Arbeitgeber nach Klärung der Unwirksamkeit einer Abmahnung weitere folgen lassen wird. Gerade dann, wenn die Abmahnung nicht den Regeln der Kunst entsprach, vgl. „1 Verstoß – 1 Abmahnung“, in ihr aber ein begründeter Vorwurf enthalten war, spricht viel dafür, gegen diese Abmahnung nicht vorzugehen. Dann ist es sinnvoller, bis zur Kündigung zuzuwarten. Denn auch im Rahmen der Kündigung kann dieser der Boden entzogen werden, wenn die vorausgegangene Abmahnung nicht wirksam erfolgte.