Gerade bei rauer See…
…ein starkes Team.

1 Verstoß – 1 Abmahnung

Die Abmahnung muss inhaltlich eindeutig sein.  

Des Weiteren muss

• das Fehlverhalten des Arbeitnehmers genau bezeichnet sein, das heißt konkrete Fakten oder Beispiele mit Ort und Zeit des Verstoßes sind möglichst detailliert zu nennen. Pauschale Vorwürfe oder schlagwortartige Bezeichnungen genügen nicht (Hinweisfunktion)

• der Arbeitgeber den Arbeitnehmer auffordern, das gerügte Verhalten zu ändern und

• ihm deutlich machen, dass bei erneuten Pflichtverstößen der Bestand des Arbeitsverhältnisses ernsthaft gefährdet ist (Warnfunktion).

In einer Abmahnung können zwar auch mehrere Pflichtverletzungen beanstandet werden. Einem Arbeitgeber ist hiervon jedoch dringend abzuraten. Ist auch nur einer der erhobenen Vorwürfe unzutreffend oder nicht beweisbar, führt dies zur Unwirksamkeit der Abmahnung im Ganzen. Aus Sicht des Arbeitgebers besteht dann zwar die Möglichkeit, eine neue Abmahnung ohne den unzutreffenden oder nicht nachweisbaren Pflichtenverstoß auszusprechen. Der Jurist würde hier dennoch von einem „Kunstfehler“ sprechen, es gibt aus Arbeitgebersicht keine sinnvolle Begründung, mehrere Vorwürfe in einer Abmahnung zu konzentrieren.